Sophio – philosophisches Café
Sie begeistert das Nachdenken über die großen Fragen des Lebens? Im Philosophischen Café öffnen wir -
verteilt auf vier Vormittage - einen lebendigen Denkraum, um wegweisende Ideen von der Antike bis zur
Moderne kennenzulernen und, auch an Beispielen, zu diskutieren.
Den Einstieg bildet jeweils ein kurzes Impulsreferat des Dozenten; ausgewählte Textpassagen dienen
der Anregung und sind zugleich Orientierungsbojen und Kompaß. Wir streifen die Gedanken von Sokrates,
Aristoteles, David Hume oder Immanuel Kant und fragen uns: Was ist Gerechtigkeit? Gibt es verschiedene
Arten von Freundschaft? Was ist und wie gelingt ein gutes Leben?
Philosophische Vorbildung ist natürlich willkommen, aber nicht zwingend nötig. Alpha und Omega dieser
philosophischen Werkstatt ist vielmehr die Bereitschaft, sich auf neue Perspektiven einzulassen. Mit Neugier
und eigener Lebenserfahrung im Gepäck sind Sie bestens gerüstet.
Termine des philosophischen Café
jeweils 10–13 Uhr in der Abendakademie Mannheim:
31.10.2026: Sokrates' Verteidigungsrede und Kriton
21.11.2026: Freundschaft und das gute Leben nach Aristoteles
05.12.2026: David Humes Philosophie der Gerechtigkeit
19.12.2026: Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?
Erstes philosophisches Café 31.10.2026: Sokrates' Verteidigungsrede und Kriton
Doch jetzt ist's Zeit fortzugehen: für mich, um zu sterben, für euch, um zu leben. Wer von uns dem besseren
Los entgegengeht, ist uns allen unbekannt - das weiß nur Gott lauten in der Apologie des Sokrates dessen
letzten Worte zu seinen Richtern vor dem Justizmord. Sie sind Ausdruck der unerschütterlichen Integrität,
mit der er auf die Anklage - Asebie (Frevel gegen die Götter) und Verderben der Jugend - erwidert. Denn
Sokrates' Lebensmotto lautete: Ich halte es nicht erst jetzt, sondern schon immer so, daß ich nichts anderem
in mir folge als dem Gedanken, der sich mir beim Nachdenken als der beste erweist.
Im ersten philosophischen Café ergründen wir die Verteidigungsrede des Sokrates vor Gericht und
seine Akzeptanz des Urteils, wie er sie gegenüber Freunden und Schülern darlegt. Was können wir heute von
ihm lernen?
Zweites philosophisches Café 21.11.2026: Freundschaft und das gute Leben nach Aristoteles
Aristoteles unterteilte die Freundschaften in nützliche, solche, die um der Lust willen entstehen, und solche,
in denen man mit dem Guten und Schönen im anderen befreundet ist, der wahren Freundschaft. Sie kann nur
entstehen zwischen Menschen, die über vorzügliche Trefflichkeit (areté) verfügen und sich - wie Sokrates -
der Philosophie hingeben.
Anhand von Textpassagen, Bildern, Liedern und anderen Beispielen wird dem "alten Griechen"
Leben eingehaucht.
Drittes philosophisches Café 05.12.2026: David Humes Philosophie der Gerechtigkeit
Ist Moral eine Frage der Vernunft oder entspringt sie dem Gefühl? Der schottische Aufklärer David Hume
(1711–1776) argumentiert, daß dem Menschen ein moral sense innewohnt, der alle moralischen Urteile
letztbegründet.
Humes revolutionärer Ansatz bestand darin, die Ethik auf eine empirische Grundlage zu stellen.
Ausgehend von der Beobachtung, was als moralisch gut gilt, seien allgemeine ethische Grundsätze zu
entwickeln. Dabei erkannte er, daß die Nützlichkeit die eigentliche Quelle der Gerechtigkeit ist und der
Grund für die Anerkennung, die den sozialen Tugenden wie Wohlwollen, Güte, charakterlicher Integrität und
"den anderen schätzenswerten und nützlichen Eigenschaften und Prinzipien" geschenkt wird.
Wie Hume argumentiert und an welchen Beispielen er seine Ethik erläutert, möchte dieses Café
nahebringen und darüber hinaus einen Raum eröffnen, in dem Humes Philosophie der Gerechtigkeit
überprüft und anderen Sichtweisen entgegengestellt werden kann.
Viertes philosophisches Café 19.12.2026: Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?
Sapere aude! Wage es, weise zu sein! Mit diesem Appell rief Immanuel Kant 1784 dazu auf, "sich des
eigenen Verstandes zu bedienen". Zugleich lotete er die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis
aus. Drei seiner Leitfragen – Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? sind insofern neu
zustellen, als die Komplexität der heutigen Welt die Fragen aufwerfen: Wie weit darf ich meiner eigenen
Urteilskraft vertrauen? Und wann ist es ratsam, anderen zu folgen?
Gemeinsam stellen wir Kants Gedanken auf den Prüfstand unserer Gegenwart. Ein Vormittag über
die Kunst, selbst zu denken. Textpassagen werden bereitgestellt.